Ein bisschen Theatergeschichte
Durch die Neubaumaßnahmen hatten wir in den letzten zwei Jahren keine Aufführungsmöglichkeiten in der Schule. Aber Pfarrer Gebhard aus Ockstadt und die Baronin von Franckenstein boten uns die Möglichkeit, im Schlosspark von Ockstadt spielen zu können. Im Jahre 2004 haben wir dort das erste Mal Open Air die "Hexenjagd von Lohr" nach einer Novelle von Dr. Horst Gebhard gespielt, ein Jahr später dann den "Schinderhannes" nach Zuckmayer, bei dem fast 100 Mitwirkende auf und hinter der Bühne im Einsatz waren. Die ockstädter Feuerwehr hat uns bei diesen Aktionen stehts tatkräftig unterstützt.
2005 bot uns das Theater Alte Feuerwache (taf) in Bad Nauheim die Möglichkeit, in ihrem Theater das Stück "Leichen verschickt man, Frauen ziehen sich aus" nach Dario Fo aufzuführen. Ein Jahr zuvor gewannen wir mit "Die Irre von Chaillot" nach Giraudoux im taf den ersten Preis der Wetterauer Schultheatertage, an denen wir dieses Jahr zum dritten Mal, diesmal mit einer Jedermann-Inszenierung nach Hugo von Hoffmansthal, teilgenommen haben und Platz Zwei erreichten.
2005 bot uns die Stadt Friedberg im Rahmen des Projektes "Friedberg leuchtet" die Möglichkeit, an sechs unterschiedlichen Spielorten auf der Kaiserstraße zeitgleich historische Örtlichkeiten zu bespielen.
Die Idee, dieses Jahr den "Jedermann" zu spielen, entstand im Zusammenhang mit der Einladung von Pfarrerin Domnik, den 700. Geburtstag der Stadtkirche Friedberg am Pfingstwochenende durch ein Theaterstück mitzugestalten, das Open Air vor der Stadtkirche aufgeführt werden sollte. Aus Witterungsgründen musste die Aufführung dann in die Kirche verlegt werden, die ein faszinierendes Ambiente für unsere Aufführung bot, die wir anlässlich des hessischen Jugendkirchentages einige Wochen später dort noch einmal wiederholten.
Während der heißen Bauphase an der Augustinerschule stellte uns das Spielzeuggeschäft Schoser seine Kulturetage als Probenraum zur Verfügung, da die Schule räumlich aus den Nähten platzte. Die Familie zu Franckenstein bot uns nahezu zwei Jahre Unterstellmöglichkeiten für unsere Bühne und Tribüne, bis die neuen Räumlichkeiten im Erweiterungsbau fertig gestellt waren.
Diese Unterstützung von so vielen Leuten, die nicht direkt in Verbindung mit dem schulischen Alltag stehen, hat uns sehr gefreut und zeigt, neben dem regen Besuch unserer Aufführungen und den interessanten Besprechungen in der Presse, welch große Akzeptanz die Theaterarbeit der Augustinerschule auch in der Öffentlichkeit findet.