Hexenjagd in Lohr

Stilvolles Ambiente im SchlossparkZum nunmehr zweiten Mal führte die Theater AG unserer Schule das Stück "Hexenjagd in Lohr", eine Novelle des Ockstädter Pfarrers Dr. Horst Gebhard, auf.

 

Im stilvollen Ambiente des Schlossparks der Familie von Franckenstein präsentierten wir am vergangenen Wochenende (7. und 8. September 2007) anlässlich des 40-jährigen Amtsjubiläums des Pfarrers eine ganz andere Interpretation des Hexenverfolgungs-Dramas als noch vor 3 Jahren. Nachdem die Feuerwehr Ockstadt, der Schützen- und der Gesangsverein das Publikum mit einem tollen Vorprogramm eingestimmt hatten, begann das Stück im nunmehr Halbdunkel mit aus dem Nebel auftauchenden Hexenschwestern, die geheimnisvolle Warnungen sprachen. Gefesselt von diesem eindrucksvollen Anfang wurde der Zuschauer auch schon direkt in die Handlung eingeführt, da er Zeuge einer Wette zwischen Erzengel Gabriel (Sabrina Klatt) und dem Teufel (Lena Noske) wird.

 

Der von den neuen Möglichkeiten des Internet ganz begeisterte Gabriel meint sich an eine fromme Menschheit im Mittelalter zu erinnern, woraufhin der Teufel wettet beweisen zu können, dass damals er "in den Köpfen der Menschen regierte und nicht der Glaube an deinen hochheiligen Boss!". Sabrina Klatt und Lena NoskeUnd so beginnt ein Spiel aus Wettstreit zwischen Engel und Teufel, der weltlichen Geschichte der der Hexerei beschuldigten Engele Deusinger (Kimberley Biehn) und skurrilen Hexenszenen, die der Teufel immer wieder zur Untermauerung seiner These zeigt.

Wie Neid, Egoismus, Ignoranz und Aberglaube ein unschuldiges Mädchen fast auf den Scheiterhaufen bringen, zeigt die Geschichte von Engele, die in Lohr mit unter der Folter ausgesprochenen Anschuldigungen kämpfen muss. Zwar zeigt der Teufel, dass die frommen Menschen damals durchaus den dunklen Abwegen (Hexentanz) verfallen konnten, doch siegt am Ende die Gerechtigkeit und Engele wir von Amtmann von Kerpen (Christian Klatt) freigesprochen.

 

Im Gegensatz zur letzten Interpretation zeigten sich die Darsteller der Theater AG am vergangenen Wochenende in Kostümen, die so gar nicht ins 17. Jahrhundert – die Zeit der Hexenprozesse – passen. Auf diesem Weg – so der Einfall unserer Theaterleiterin Frau Müller – wurde die geschichtliche Brisanz gezeigt, die die Verfolgung einzelner durch alle Zeitalter hinweg hat, und davor gewarnt. Die vollen Bänke, der tosende Applaus und die vielen lobenden Worte nach den Aufführungen bestätigten uns wieder einmal darin, dass sich die viele in die Proben investierte Zeit (wir arbeiteten seit vor den Sommerferien an dem Stück) gelohnt hat!

Unter den mehr als 30 Schauspielern waren neben drei Abiturientinnen und vielen Neulingen besonders viele Akteure aus den Jahrgangstufen 9 und 10, die wir in den nächsten Jahren bestimmt noch häufig auf der ASF-Bühne sehen werden.

 

Sabrina Klatt